Finanzierung von Schulbibliotheken. Beispiele guter Praxis, Tipps und Tricks
Eine schöne Geschichte, wie Schulbibliotheken finanziert werden können, fand ich im Internet unter dem Stichwort "Stiftung Schulbibliothek".
"Als junges Mädchen hat Christine Todt wohl manche Klage ihres Vaters gehört, daß am damals noch jungen Gymnasium Steglitz Bücher und andere Lernmittel fehlten. Prof. Todt hatte im Jahr 1904 die Betreuung der schmalen Schulbibliothek übernommen, deren Erweiterung und Vervollständigung ihm besonders am Herzen lag.
Als die alleinstehende neunzigjährige Christine Todt im Sommer 1994 wenige Monate vor ihrem Tod ihr Testament errichtete, hat sie sich wohlwollend an die einstige Wirkungsstätte ihres Vaters erinnert."
Darf ich so eine Geschichte im Rahmen eines Einführungsvortrages erzählen?
Weckt das nicht Hoffnungen, welche fast nie erfüllt werden?
Ich denke, ich werde die Geschichte erzählen. Aber natürlich muss ich auch entsprechende Fragen stellen: Nicht, "würden Sie der Schule Ihres Kindes Geld schenken" sondern "Würden Sie der Schule, die Sie als Kind besucht haben, Geld schenken". Was hat diese Schule in den letzten 20, 30, 40, 50 Jahren getan, um die Beziehung zu Ihnen zu pflegen? Was hat die Schule für ein Image? Engagiert sich die Schule für wichtige Anliegen?
In einem meiner ersten Fundraisingseminare wurde mir empfohlen: "Spenden Sie, und beobachten Sie die Reaktion. Wie reagiert der Beschenkte, wie geht es Ihnen damit?"
Das eine Schule eine Stiftung "geschenkt" bekommt, ist schon ein besonderes Ereignis. Schön ist es, wenn die Schule den Kontakt zu einer Stiftung aufgebaut hat und gut pflegt. So eine Kooperation gab es zum Beispiel in Potsdam an der Rosa-Luxemburg Schule.
Hier unterstützte die F. C. Flick Stiftung über einen langen Zeitraum eine örtliche Schule. Der wichtige Link, wenn Sie eine Stiftung suchen, ist der Stiftungsindex des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen.
Ein besonderer Schatz ist es auch, wenn man Zugang zu einem Lions- oder Rotary- Club gefunden hat. Die Hemingway-Oberschule in Berlin konnte zum Beispiel für die Eröffnung ihrer Schulbibliothek die Unterstützung des Lions Club Berlin-Dorotheenstadt gewinnen.
Eine meiner Lieblingsfragen in einem Fundraising-Beratungsprozess ist immer, ob denn wirklich Geld benötigt wird. Ich vermute, die meisten Bibliotheken brauchen kein Geld - sondern Bücher. Und Bücher einzuwerben ist wesentlich leichter, als Geld einzuwerben.
Behilflich sein kann hierbei beispielsweise die Berliner Büchertisch:
"Der Berliner Büchertisch ist ein gemeinnütziges Nonprofit Gemeinschaftsprojekt, dass sich für die Verteilung von Büchern und anderen Medien einsetzt. Wir nehmen deine Buchspenden entgegen und verteilen diese an Einrichtungen, die diese Bücher gebrauchen können." Nach eigenen Angaben unterstützt der Berliner Büchertisch bereits 57 Berliner Schulbibliotheken.
Den Weg, Bücher direkt von Eltern der Schule spenden zu lassen, sind vermutlich schon etliche Schulen gegangen. So eine Sammelaktion können Sie natürlich auch über das Internet organisieren. Stellen Sie doch ihre eigene Wunschliste auf die Homepage (oder nutzen Sie die Tools des bekannten Online-Buchhändlers). Einen anderen Weg ist die Bildungsinitiative Filderstadt e.V. gegangen. Sie nutzte für Ihren Spendenaufruf die Online-Spendenplattform Betterplace.
Ein Problem bei Sachspenden ist jedoch, das meist nur ältere Bücher gespendet werden und die interessanten Neuanschaffungen fehlen.
Im Forum "wer weiß was" habe ich für dieses Problem eine interessante Lösung gefunden. Statt Kuchen bringt jedes Kind zu seinem Geburtstag ein neues Buch mit in die Schule.
An vielen Schulen fehlt es sicherlich nicht an Büchern, sondern an Menschen, welche die Bibliothek betreuen. Eine interessante Lösung ist hier eine eigene Schülerfirma. In der Schule am Friedrichshain in Berlin können beispielsweise "Schüler/Innen der Klassen 7-9 … durch praxisnahes Lernen in der Schülerfirma ihre Fähigkeiten ausprobieren und Anforderungen der späteren Arbeitswelt kennen lernen."
Tipps und Tricks, wie Sie eine Schülerfirma gründen, erhalten Sie beispielsweise beim NeBS, dem Netzwerk Berliner Schülerfirmen.
Wenn Sie systematischer in die Mittelakquise einsteigen wollen, empfehle ich Ihnen auf jeden Fall einen Förderverein für die Schule zu gründen. Bei der Gründung eines neuen Fördervereins hilft Ihnen der Landesverband schulischer Fördervereine Berlin-Brandenburg (LsfB)
Zum Abschluss will ich noch auf drei konkrete Möglichkeiten hinweisen, wie Sie sofort anfangen können, Geld einzunehmen:
Sie können sich an der Alt-Handy-Sammlung der Deutschen Umwelt Hilfe (DUH) beteiligen und erhalten für jedes Handy 1,50 Euro.
Sie können ihre Einkäufe über den Bildungsspender abwickeln und erhalten dann eine Provision.
Sie können die Suchmaschine Benefind nutzen. Für jede Suchanfrage wird der Organisation Ihrer Wahl ein kleiner Betrag überwiesen.
Über Ihren Kommentar würde ich mich freuen. Wollen Sie noch mehr wissen?
In einem weiterem Artikel habe ich einige Schätze, welche im im Internet gefunden habe, zusammengestellt.
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